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Detailierte Künstler Informationen: Willie Eckstein

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Willie Eckstein

William "Willie" Eckstein (auch Billy Eckstein; * 6. Dezember 1888 in Montreal; † 23. September 1963 ebd.) war ein kanadischer Pianist und Komponist.

Eckstein war das jüngste von vierzehn Kindern einer schwedisch-deutschen Einwandererfamilie. Seine musikalische Begabung wurde frühzeitig erkannt, er bekam bereits als Dreijähriger Klavierunttericht und wurde im Alter von sechs Jahren von einem Lehrer der McGill University unterrichtet. Zwölfjährig galt er als musikalisches Wunderkind, spielte Klavier am Broadway und auf Tourneen durch Kanada und die USA und wurde als The Boy Paderewski gepriesen. Er trat bei der kanadischen Nationalausstellung und im Weißen Haus vor Präsident Roosevelt auf und unternahm 1905 eine erfolgreiche Europatournee.

1906 kehrte Eckstein nach Montreal zurück und betätigte sich dort als Stummfilmpianist. Von 1912 bis 1930 war er an George Ganetakos' Strand Theater engagiert, wo er als "The World's Foremost Motion Picture Interpreter" angekündigt wurde und als Mr. Finger bekannt war. Hier hörten ihn Musiker wie Eubie Blake, Joseph Hoffman, Vladimir de Pachmann und der berühmte Sergei Rachmaninow, der sich von seinem Spiel angetan zeigte.

Ecksteins pianistische Laufbahn fiel in die Blütezeit des Ragtime. Er war nicht nur ein hervorragender Interpret dieser Musik, sondern komponierte neben Songs wie Goodbye Soldierboy, You Are My All In All (mit Harry Thomas; Text: Walter Bruce) und Goodbye Sunshine, Hello Moon (Text: Gene Buck) zahlreiche Ragtime-Stücke.

Im Jahr 1919 war er der erste Pianist, der in der Geschichte des Rundfunks in Nordamerika live (als Begleiter des Sänger Gus Hill) auftrat. Um die gleiche Zeit spielter er in einer der ersten Jazzbands Kanada, der von seinem Bruder Jack Eckstein geleiteten Eckstein's Jazz Band. Außerdem leitete er ein eigenes Instrumentalensemble mit Klavier, Cello und Xylophon, das The William Eckstein Trio. Mit diesem nahm er Bearbeitungen von Songs wie Goodbye Sunshine, Hello Moon (bei His Master's Voice), That Tumble-Down Shack in Athlone und Gitz Rices Burmah Moon auf.

Als Solist spielte Eckstein Aufnahmen für die Label Apex und Okeh (teils unter dem Pseudonym Vi Palmer) und Ende der 1920er Jahre Victor ein. 1922 entstand eine Aufnahme von Music (makes the Word Go Round, das er gemeinsam mit Billy Munroe komponiert hatte. 1923 spielte er die erste erhaltene Schallplattenaufnahme von Scott Joplins Meaple Leaf Rag ein.

Mit dem Nkiedergang des Stummfilmes verließ Eckstein 1930 das Strand Theater. Er trat im Cabaret, im Rundfunk und frühen Fernsehshows auf und gab u.a. mit Robert Langlois improvisierte Klavierduo-Konzerte. Mit Vera Guilaroff gab er Vorstellungen in Nachtclubs und im Rundfunk unter dem Namen The Piano Ramblers.

Für sein Stück Queen of Canada das er anlässlich einer Reise von Queen Elizabeth II. nach Kanada komponiert hatte, erhielt Eckstein 1959 Dankesschreiben von Generalgouverneur Vincent Massey und Premierminister John Diefenbaker. Im Mai 1963 ehrten ihn seine Freunde mit einer Festveranstaltung. In der Nacht das dieser Veranstaltung erlitt er einen Schlaganfall an dem er vier Monate später starb. Seine Musik wurde weiter aufgeführt, u. a. von der Jazzsängerin Sarah Vaughn, Mimi Blais nahm 1999 sein Musical Massacre auf. 2005 wurde Eckstein in die Canadian Songwriters Hall of Fame aufgenommen.

Kompositionen:

Royal Highlanders March and Two Step, 1910
Some Rag: A Real Live One, 1910
Down in the Meadow Where the Daisies Grow, 1910
The Sunny Summertime, 1911
Beautiful Thoughts, 1916
Valse Deluxe, 1916
All Erin is Calling Mavourneen, 1916
Delerious Rag: One Step, 1917
Perpetual Rag, 1917
Good-Bye Soldier Boy, 1917
You Are My All in All, 1917
Goodbye Sunshine, Hello Moon, 1919
I Just Can't Help Lovin' 'Em All, 1920
Oriental Fan-Ta-Si, 1920
Valse Liane, 1920
The Sunshine Trail, 1920
Egypt, 1920
When I'm Dreaming of You, 1920
Romance of Love, 1921
Rose-Land, 1921
Trail O' Dreams, 1921
Valse Inspiration, 1922
Valse Amoureuse, 1922
You've Got to Hand it to Me, 1922
Just a Memory of You (Ton Souvenir), 1922
S'Nice (Naughty But It's Nice), 1923
Lest You Forget, 1923
You, Just You, 1923
My Heart Wants Love and You, 1923
Lonesome Rose, 1923
Hey! You Want Any Codfish?, 1923
Music (Makes the World Go Round), 1923
My Baby Just Cares for Me, 1923
A Musical Massacre, 1923
I'm Going Back to My Home Sweet Home, 1924
I'm All A-Twitter, 1927
If You But Knew, 1928
Uptown 6303, 1929
Won't You Meet Me at Murray's, 1929
The Lost Melody, 1932
Where the Niagara Flows, 1933
Dance to a Lovely Melody (La Saison Du Bonneur), 1935
To the King and Queen (From Over There), 1939
The Song That Leads to Victory, 1941
Cheers for the C.P.C., 1941
Hats Off to Canada, 1941
The "V" Song, 1941
Ode to Ike, 1944
Tessa From Odessa, 1944
Montreal, Montreal, Montreal, 1945
Got a Date at the Chateau (for Chateau St. Rose), 1948
Strollin' on the Mountain, 1938
Bonsoir Chérie!, 1951
Queen of Canada, 1959


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