Weakling (en.: Schwächling) war eine kurzlebige amerikanische Black-Metal-Band aus San Francisco. Sie gilt - für den nordamerikanischen Raum - als bedeutende und einflussreiche Band des Subgenres.
Biographie
Die Ursprünge Weaklings, die sich nach dem gleichnamigen Swans-Song benannten, gehen auf John Gossard und die Zeit Mitte der 1990er Jahre zurück. Er spielte zuvor in kleinen lokalen Metal-Bands die jedoch „wenig ernsthaft“ waren und so wollte er Musik machen die „emotional realer“ sein sollte.
Ab 1995, Gossard hatte zu dieser Zeit noch ein Drogenproblem, spielte er mit unter anderem Jim Mack und Antoine Reuben von The Lord Weird Slough Feg in der (damals noch nicht unter diesem Namen bestehenden) Gruppe Black Goat, die eher an 80er-Jahre Black-/Thrash-Metal orientiert war. Die Meisten der zu diesem Zeitpunkt und in dieser Bandkonstellation geschriebenen Stücke wurden zu Black Goat-Liedern, die auch für ein selbstbetiteltes, 1997 erschienendes Album genutzt wurden. Ein Lied jedoch („This Entire Fucking Battlefield“) wurde zu einem späteren Weakling-Song. So gilt 1996 als eigentliche Weakling-Geburtsstunde.
Kurze Zeit später während er an der San Francisco State University studierte, zog er mit zwei Mitbewohnern, einer von ihnen Josh Smith, welche beide in der ebenfalls aus San Francisco stammenden „Indie-Metal“-Band The Fucking Champs spielten, zusammen. Dort ergab es sich das sie zusammen jammten und direkt bei der ersten Gegebenheit wurde das Ende zu „Disasters in the Sun“ geschrieben. Gossard war darauf hin so „inspiriert wie seit Jahren nicht mehr“ und so sollte eine „richtige“ Band gegründet werden. Während einer Tour der Champs wurde Gossard auf den Schlagzeuger „Little Sunshine“ alias Sam Foster von der lokalen Band Sangre Amado aufmerksam und wollte ihn in der Band haben, so gab er ihm einige Tapes mit Aufnahmen an denen er und Josh Smith gearbeitet hatten; Foster stimmte nach rund anderthalb Monaten zu. Durch Josh Smith kam gleichzeitig der Kontakt zur Bassistin Sara Weiner zustande, wobei Gossard anfangs noch skeptisch war da er nicht dachte das „eine Frau Black Metal spielen könne“. Nach einer ersten Probe war Gossard umgestimmt und zusammen arbeiteten sie an neuem Material, wobei Gossard einen Großteil der Musik schrieb. Bis Ende 1998 stieß auch Keyboarderin Casey Ward von der Garage-Rock-Band The Lies zur Band und so wurde im Dezember das aus insgesamt fünf Titeln bestehende Album „Dead as Dreams“ in den San Franciscoer Louder Studios aufgenommen.
Die Begeisterung die zu diesem Zeitpunkt alle Bandmitglieder für das Projekt hatten folgte jedoch 1999 recht bald Ernüchterung, an der die Band schließlich auch zerbrach. Hauptsächlich ließ Josh Smiths Interesse am Black Metal nach, zusätzlich wurde seine andere Band The Fucking Champs mit neuem Plattenvertrag und Touren immer bekannter. John Gossard, der ihn auch als „definitiv besten Gitarristen mit dem ich jemals gespielt habe“ bezeichnete, sagte später über ihn: „Er entdeckt etwas Neues das ihn interessiert, ist dann wie besessen und lernt so viel wie möglich darüber für eine kurze Zeit und geht dann einfach weiter“. Kurz vorher stieg schon Sam Foster aus, da er es zum einem durch andere Bandverpflichtungen, zum anderen durch seinen Job als Fahrradbote physisch nicht mehr schaffte für Weakling zu spielen. Ein weiter Grund für die Bandauflösung war das mangelnde Interesse möglicher Labels an den Aufnahmen: „Als wir das Album aufnahmen, haben wir so viel wie uns nur möglich war hineingelegt. Wir waren ziemlich stolz. Und nichts passierte damit.“
Fast zwei Jahre nach den Aufnahmen und ein Jahr nach Bandauflösung wurde das Album schließlich auf dem amerikanischen Independent-Label tUMULt veröffentlicht, zu dem Zeitpunkt hatte Gossard allerdings schon deutlich Abstand zum Album und sah die Veröffentlichung ziemlich unemotional. Zumindest anfänglich wurde das Album Black-Metal-typisch deutlich mystisch als „Kult“ beworben und es gab Gerüchte das nur eine handvoll Exemplare hergestellt wurden, die weltweit vergraben waren und für die Fundorte nur eine Karte existierte. Diese künstlichte Atmosphäre wurde allerdings durch den Labelbesitzer geschaffen und ging nicht von der Band aus, so kursierten diese Ideen eigentlich nur als Witz innerhalb der Band. Gossard war die Sache im nachhinein eher peinlich, auch weil so die Vorstellung gestärkt wurde Weakling seien nur ein Spaß-Seitenprojekt von The Fucking Champs, da beide Bands inhaltlich deutlich anders ausgerichtet waren.
Während ihrer eher kurzen Existenz als vollständige Band spielten Weakling nur wenige Konzerte, darunter zwei Auftritte als Vorgruppe für Mayhem und Enslaved in San Francisco.
John Gossard spielt heute in der Funeral Doom-/Death Metal-Band Asunder, Josh Smith ist 2006 bei den Fucking Champs ausgestiegen und spielt heute in der Garage-Band The Makes Nice, Sarah Weiner spielt aktuell noch in der Neoklassik-Gruppe Amber Asylum, Casey Ward bei der Garage Punk-Band The Husbands und Sam Foster in der Death-Metal-Band Saros.
Parallelen gibt es zur 1998 gegründeten Band The Gault bei der John Gossard und Sarah Weiner (als Schlagzeugerin) spielten. Die Band verfolgte ein ähnliches Konzept in Bezug auf Doom Metal, so wurde auch hier nur ein einziges Album eingespielt, welches wiederum auch erst deutlich später (2005), nach der Bandauflösung veröffentlicht wurde.
Musik
Weaklings Musik basiert auf „klassischem“ norwegischen Black Metal, den Bands wie Emperor, Immortal, Ancient oder Ulver spielten, sie ist jedoch deutlich progressiv, teilweise avantgardistisch geprägt. So sind alle fünf Titel auf Dead as Dreams zwischen zehn und zwanzig Minuten lang. Die Atmosphäre ist dabei eher psychedelisch, weniger „kalt“, dem Attribut dem der norwegische Black Metal oft verliehen wird. Als Vergleich dient zuweilen auch der Postrock, so klängen Weakling wie „Godspeed You Black Emperor unter satanischem Einfluß“. Die einzelnen Lieder sind mehrschichtig und bestehen aus mindestens zwei Teilen, der Gesamtsound wird als episch, hypnotisch, dicht und emotional beschrieben. Blastbeats werden vor allem im ersten Teil von „Cut Their Grain and Place Fire Therin“ genutzt. Im Titelstück findet sich auch ein ein mehrminütiger Feedback/Drone-Part. Der Gesang besteht nur selten aus einem genretypischen aggressivem Kreischen, sondern orientiert sich deutlich an Varg Vikernes (Burzum) und kommt einem hysterischen, verzweifelten Schreien gleich.
Die Texte zu Dead as Dreams wurden bisher nicht veröffentlicht, für John Gossard sind sie auch gegenüber dem die eigentlichen Emotionen erzeugenden Gesang zweitrangig.
Bedeutung
Die amerikanische Black-Metal-/Crust-Band Ludicra
führt ihre Bandgründung auf die Inspiration durch Weakling zurück. Ebenso wird die Band als Einfluß für die seit 2006 einen deutlichen Popularitätsschub erhaltenede amerikanische Black-Metal-Band Wolves in the Throne Room angeführt. Andere Untergrund-Metal-Bands wie Hammers of Misfortune oder Withered nennen Weakling „einzigartig“ und „erstaunlich“ sowie „eine[n] der besten Black Metal Acts den Amerika ja ausgebrütet hat“ beziehungsweise „die beste amerikanische Black-Metal-Band jemals“. J. Bennett vom amerikanischen Decibel Magazine und Götz Kühnemund vom Rock Hard bezeichnen die Band als „legendär“ beziehungsweise als „US-Black-Metal-Legende“. Gylve Nagell, besser bekannt unter seinem Pseudonym „Fenriz“ von der norwegischen Black-Metal-Band Darkthrone urteilt über Weaklings Musik ebenso postiv:
„Nun, Weakling sind ein ziemlich ungewohntes Meisterwerk. Das Album macht mich zumindest depressiv, also schätze ich das ihre Interpretation des Black Metals eine erfolgreiche ist.“
– Gylve „Fenriz“ Nagell
Diskografie
* 1998: Live Practice MC
* 1998: Rehearsal MC
* 2000: Dead as Dreams CD/LP/MC
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