Wer sich den Namen Yevgeny Alexandrovitch Pozharnov nicht merken kann, notiert sich einfach „Proxy“ hinter die Ohren. Denn das ist der vielleicht innovativste Elektro-Musiker seit es Justice gibt, und seine Veröffentlichungen werden von Szenegrößen wie Boys Noize, The Bloody Beetroots, Erol Alkan, Digitalism, Busy P. und den Crookers gespielt. Der Kanadier Tiga („Sunglasses At Night”, „Hot In Herre”) war so begeistert von Proxy, dass er ihn kurzerhand auf sein Label Turbo Records nahm. Die Singles des aus Moskau stammenden DJs sind nirgendwo mehr zu bekommen, schon jetzt ist seine Single „Dance In Dark” (2008) ein Klassiker und wird bei den einschlägigen Plattenbörsen hoch gehandelt. Der kräftig-düstere und dennoch minimale Sound der Veröffentlichungen von Proxy verschaffte ihm seinen Namen, so dass viele Künstler auf ihn aufmerksam wurden, für die er dann Remixes mit seiner ganz besonderen Note anfertigte, darunter für Digitalism, Chromeo, Moby oder Boys Noize. So sorgte er beispielsweise mit dem Remix zu Tigas „What You Need“ und „Shottieville“ auf den Zombielicious Remixes für Zombie Nation für mächtigen Wirbel. Sein Überhit „Raven“ gehörte auch nach einem Jahr noch immer zu den meistgespielten Songs auf allen Indie-Rave-Tanzflächen und war der sichere Höhepunkt einer jeden Peak-Time. Nach seinen 12“-Singles „Vibrate“ und „Raw“ veröffentlichte er Ende letzten Jahres sein sehnsüchtig erwartetes Debüt-Album „Music From The Eastblock Jungles – Part 1“, welches auf zwei CDs die beeindruckenden Werke des produktiven Underground Rave-Zaren präsentierte. Die 23 Tracks umfassen vielfältige Genres von Breakbeat bis Electro-House, von Dubstep bis Hip Hop, ohne dabei Trends oder kurzlebigen Einflüssen nachzueifern. Verschanzt im Nirgendwo seiner Heimat Russland, lange Zeit isoliert durch Visa-Probleme, kreiert Proxy seinen ihm eigenen Sound von unglaublicher Durchschlagskraft und Ideenreichtum, der die UK Rave Tradition seiner Idole The Prodigy wieder aufleben lässt. Auf dem Floor mixt der junge Russe arg verzerrte Subs und Synthies mit oldschooligen Rave-Pianos und Vocal Samples sowie funky Beats mit schneidendem Acid. Als gefragter DJ und Live-Performer in den weltweit hipsten Clubs der Welt, von der Londoner Fabric über das Razzmatazz in Barcelona bis hin zum Social Club in Paris, ist Proxy ein Künstler, der sich nicht zu verstecken braucht. Und da er aus dem weit entfernten Moskau kommt, haben seine Gigs hierzulande Seltenheitswert und es ist uns eine ganz besondere Ehre, dass er heute bei uns gemeinsam mit den Sexinvaders, You & Alex und Schmitzkatze an den Decks steht, um ein Live-Set mit sicherlich hohem Klirrfaktor zu präsentieren. Nastrovje!
← Zurück