Als der Diktator Idi Amin 1979 endlich gezwungen war Uganda zu verlassen, ist Jim "Luanfrow" Sengendo gerade ein Jahr alt. Zwar geht mit Amin eine achtjährige Terrorherrschaft zu Ende. Seine Milizen jedoch bleiben im Land. Unter Milton Obotes folgender zweiter Amtszeit ab 1980 werden wieder politische Gegner ermordet, ganze Bevölkerungsgruppen verfolgt. Es herrscht landesweiter Terror, unter dem die Zivilbevölkerung am allermeisten leidet, darunter auch Lunafrows Familie. In dieser Zeit nimmt sich Lunas Großmutter seiner an.
1985 immigriert er schließlich mit einem Teil seiner Familie nach Deutschland, wo er vorerst in einem Asylbewerberheim in Vellmar (bei Kassel) untergebracht und kurz darauf eingeschult wird. Freunde findet er vor allem in den meist aus Eritrea stammenden anderen Kindern im Asylheim. Viele von ihnen, erzählt Luna, können in der Gesellschaft nie Fuß fassen, Integration bleibt aus, und sie geraten auf die "falsche Bahn", werden drogenabhängig und kriminell.
1990 zieht Luna nach Geismar, eine Dorfgemeinschaft bei Fritzlar, wo er bis 1996 das Gymnasium besucht. Schließlich will Luna auf eigenen Füßen stehen und zieht nach Maintal-Bischofsheim, wo er sein Abitur macht. Er findet Anschluss zur Frankfurter Hip-Hop-Szene und schon wenig später ist er bei den Frankfurter Hip-Hop-Pionieren Asiatic Warriors zu hören. Es folgen weitere Gastauftritte bei Azad und dessen neuer Crew Warheit. Lunas Stil zeichnet sich aus durch Systemkritik am Beispiel persönlicher Erfahrungen.
2000 zieht der Rapper nach Frankfurt, um zu studieren. Er probiert verschiedene Studiengänge aus, findet aber keinen richtigen Zugang zur Universität ("Bin uni-mäßig eingeschrieben, doch ich kann's nich' leben" - "Träume"), bedingt durch einen völlig gegensätzlichen Lebensstil und immer wiederkehrenden Ausbrüchen von Psychosen. Luna wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Die problematischen Familienumstände und traumatische Erlebnisse im Bürgerkrieg fordern ihren Tribut, müssen verarbeitet werden. Auch zeigt sich, dass eine Integration in die Gesellschaft nie wirklich stattgefunden hat.
Nach der schwierigen Zeit der Rehabilitation, die er 2001 z.B. in seinem Single-Release "Psychose" reflektiert, beginnt spätestens 2005 für Lunafrow nicht zuletzt durch die Geburt seines Sohnes ein neuer Frühling ("Frühling" lautet auch der Titel von Lunafrows just veröffentlichter Online-Single featuring der Mannheimer Sängerin Mennosha). Der lang gehegte Plan einer Albumveröffentlichung wird wieder aufgegriffen und schließlich umgesetzt. Was lange währt, wird endlich gut...
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