Wenn es Nacht wird, und so mancher sich sein Pfeifchen mit wohlriechendem Kraut stopft, wehen wunderliche Töne aus den gläsernen Stämmen der Buchen. Im Schatten ihrer schwarzbelaubten Kronen steigt ein Destillat aus synthetischen Klängen empor, die knorrigen Dinger zum Schwingen zu bringen. Die Erzeuger dieses ätherischen Gemischs nennen sich 'Glaswald' und bedienen sich verschiedenster Geräte, um ihrer spontanen musikalischen Einbildungskraft Gestalt zu geben: Martin Pohl (Keyboards) und Wolfgang Kirchheim (Gitarre), zuweilen mit Unterstützung von Meret St. Ilgen (Laptop) und Siegmund Køb (Bass, Laptop), improvisieren in psychedelisch-ambientös-krautiger Manier und fürchten weder Förster noch wilde Tiere.
Glaswald wurde Fastnacht 2004 von Martin Pohl (Synths) und Wolfgang Kirchheim (Gitarre) in Basel gegründet. Begonnen als psychedelisches Ambient-Abenteuer hat sich die Klangpalette der Heidelberger Band mit Siegmund Køb am Bass und der Verwendung elektronisch oder akustisch erzeugter Beats um technoide und rockige Facetten erweitert. Hypnotische Basslines verschmelzen mit den Klängen analoger und digitaler Tasteninstrumente sowie sphärischen Gitarrensounds, die teilweise eher einem Synthesizer zu entstammen scheinen als einer elektrischen Gitarre. In dieser Konstellation stehen treibende, tanzbare Passagen selbstverständlich neben Noise und atmosphärischer Tonmalerei und gehen eine seltene Verbindung ein. Die Einflüsse reichen dabei von Klassikern wie Tangerine Dream oder Pink Floyd bis zu Future Sound of London und frühen Porcupine Tree. Alle Konzerte und Aufnahmen der Formation sind grundsätzlich improvisiert und daher einzigartig – eine musikalische Entdeckungsreise für das Publikum ebenso wie für die Bandmitglieder selbst.
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