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Das Schwarze Auge, kurz: DSA ist ein deutsches Pen-&-Paper-Rollenspiel, das von Ulrich Kiesow 1984 für Schmidt Spiele in Kooperation mit Droemer Knaur herausgegeben wurde. Es basiert auf der Hintergrundwelt Aventurien, die von Hans Joachim Alpers, Werner Fuchs und Ulrich Kiesow entworfen wurde.

Entstehungsgeschichte

Ulrich Kiesow hatte mit Ina Kramer, Hans Joachim Alpers und Werner Fuchs zunächst im privaten Kreis ein eigenes Spielsystem mit passender Hintergrundwelt (ursprünglich Aventuria) entworfen. Der Name des Spiels sollte ursprünglich „Aventuria" lauten, die Werbeexperten des Verlags setzten gegen den Willen der Autoren „Das Schwarze Auge“ durch.

Der Droemer Knaur-Verlag wollte Anfang der achtziger Jahre ein Rollenspiel auf dem deutschen Markt veröffentlichen, ein Kauf der Dungeons & Dragons-Lizenz des US-amerikanischen Spieleverlags TSR scheiterte an den Kosten. Ende 1983 fragte der Verlag deshalb bei Fantasy Productions an, ob ein deutschsprachiges Fantasy-Rollenspiel entwickelt werden könne. Folglich stellte Ulrich Kiesow sein bisheriges Material vor. In Kooperation mit dem Spiele-Hersteller Schmidt Spiele wurde dann Das Schwarze Auge Anfang 1984 auf der Spielwarenmesse in Nürnberg präsentiert. Durch Werbung und die große Marktpräsenz von Schmidt Spiele wurden in jenem Jahr 100.000 Exemplare verkauft. Die erste Version des Spiels wurde nach zwei Wochen wieder vom Markt genommen und in Text und Bild entschärft, da Kritiker dem Spiel zu große Gewalttätigkeit vorwarfen. Der Buchverlag Droemer Knaur zog sich bald aus dem Projekt zurück und Schmidt Spiele setzte es allein fort. In den Folgejahren erschienen viele Spielemodule, Abenteuerbücher, Soloabenteuerbücher und Computerspiele. Auch der Aventurische Bote, eine zweimonatlich erscheinende Rollenspielzeitung, die über die aktuelle politische Lage in Aventurien informiert, hat sich etabliert.

Nach der Insolvenz von Schmidt Spiele im Jahr 1997 wurde das Spiel von Fantasy Productions übernommen, 2002 erschien die vierte Auflage. 2004 feierte DSA seinen 20. Geburtstag. Nachdem Anfang 2007 die Lizenz für Myranor zu Ulisses Spiele wechselte, wurde im April des gleichen Jahres der Übergang auf das ganze Spielsystem ausgedehnt. Lediglich die Romane werden weiterhin von Fantasy Productions verlegt.

Bei der im Jahr 2003 veröffentlichten englischen Übersetzung wurde auf die wörtliche Übersetzung „black eye“ verzichtet, da dies im Englischen „Veilchen“ beziehungsweise „blaues Auge“ bedeutet. Stattdessen wurde der Titel „The Dark Eye“ gewählt. Das Spiel wurde Mitte der 1980er Jahre ins Französische (L’Œil noir), Italienische (Uno Sguardo nel Buio) und Niederländische (Het Oog des Meesters) übersetzt und wurde nach Einführung bald wieder eingestellt. Alle internationalen Ausgaben sind 2008 eingestellt.

Prägend waren neben dem Begründer Ulrich Kiesow die Autoren Hadmar von Wieser, Thomas Römer, Bernhard Hennen, Jörg Raddatz, Thomas Finn, Karl-Heinz Witzko, Lena Falkenhagen, Peter Diehn, Florian Don-Schauen, Stefan Küppers, Anton Weste, Ralf Hlawatsch, Werner Fuchs und Ina Kramer.

Trivia

Mitte der 1980er Jahre gab es zur Einführung des Rollenspiels Werbung im Fernsehen für die Produkte des Schwarzen Auges und damit in Deutschland das einzige Beispiel für Fernsehwerbung zu Pen-&-Paper-Rollenspielen.

Der ersten Ausgabe der Werkzeuge des Meisters, einer Zusatzbox zum damaligen Basisspiel, lag die Maske des Meisters bei, eine dünne Plastikmaske mit schrägen Sehschlitzen in Form einer Fledermaus für Kinderköpfe. Um das Spiel bekannt zu machen, wurden Schokoladenstücke in Maskenform an die Presse verteilt.

Der Name der Spielwelt „Dere“ stellt ein Anagramm von „Erde“ dar.

2007 wurde Das Schwarze Auge neben dem Onlinerollenspiel World of Warcraft in einem halbstündigen Bericht im Fernsehen vorgestellt.

Weitere DSA-Produkte

1985 gab es erste Romane zum Spiel, seit 1995 erscheinen diese regelmäßig. Bis Mitte 2006 wurden nahezu 100 Aventurien-Romane in verschiedenen Verlagen veröffentlicht. Im Horchposten-Verlag erscheint zudem eine Reihe von DSA-Hörbüchern.

Schmidt Spiele vermarktete drei Brettspiele (Tal des Drachens, Dorf des Grauens und Burg des Schreckens) zum Schwarzen Auge, die mit Pappdungeon und Plastikfiguren ausgestattet waren. Später brachte Fanpro zwei weitere Brettspiele auf dem Markt (Der Weg nach Drakonia und Drachenjäger von Xorlosch). Außerdem gab es ein Sammelkartenspiel namens Dark Force. Nach Veröffentlichung von einzelnen Zinnfiguren zu DSA wurden diese schließlich in das Tabletop Armalion integriert, das von 1998 bis 2002 als Schlachtsimulation entwickelt wurde.

Weiterhin gibt es die dreiteilige Computerspielreihe Nordlandtrilogie (bestehend aus Die Schicksalsklinge, Sternenschweif und Schatten über Riva) sowie eine Serie von Spielen für Mobiltelefone. Zuletzt (August 2008) ist das Computerspiel Drakensang veröffentlicht worden.


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