Brigitte Engerer (* 27. Oktober 1952 in Tunis; † 23. Juni 2012 in Paris) war eine international renommierte französische Pianistin. Sie begann im Alter von vier Jahren mit dem Klavierspiel und trat bereits mit sechs Jahren öffentlich auf. Nach einem frühen Wettbewerbserfolg zog ihre Familie nach Frankreich, wo sie am Pariser Konservatorium unter Lucette Descaves studierte und mit 15 Jahren den ersten Preis im Fach Klavier gewann.
1969 erhielt sie einen Preis beim Concours Marguerite Long-Jacques Thibaud und wurde daraufhin von Stanislaw Neuhaus ans Moskauer Konservatorium eingeladen, wo sie neun Jahre blieb und weiter unterrichtet wurde. Dort nahm sie 1974 am Tschaikowski-Wettbewerb teil und gewann 1978 den dritten Preis beim Concours Musical Reine Elisabeth.
Ihren internationalen Durchbruch hatte Engerer 1980, als Herbert von Karajan sie nach einem Vorspiel mit Schuberts "Wanderer-Fantasie" zu einem Konzert mit den Berliner Philharmonikern einlud. In der Folge konzertierte sie mit führenden Orchestern wie dem Boston Symphony Orchestra und dem New York Philharmonic und war eine bevorzugte Solistin namhafter Dirigenten.
Neben ihrer Konzerttätigkeit unterrichtete sie am Pariser Konservatorium und widmete sich der Kammermusik. Ihr letztes Konzert gab sie am 12. Juni 2012 im Théâtre des Champs-Elysées, bevor sie am 23. Juni 2012 nach längerer Krebserkrankung in Paris verstarb.
Engerer war mit dem Schriftsteller Yann Queffélec verheiratet und hatte mit ihm eine Tochter, später mit Xavier Fourteau einen Sohn. Sie bleibt als eine der bedeutendsten Pianistinnen ihrer Generation in Erinnerung, deren Spiel französische Klarheit mit russischer Tiefe verband.
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