Angers nimmt den Berner Rock am schweissigen Händchen und bringt ihm neue Tanzschritte bei. Berner Rock, oder Mundart, war immer viel mehr als nur Dialekt, es war auch Musikstil und Themenwahl: Braver Rock’n’Roll, etwas Americana, ei-nen Haufen Köntri und sicher eine Menge Blues in der Stimme. Die Texte hatten sich in der letzten Zeit gefälligst entweder um das - meistens sich verweigernde - Weibe, die eigentlich nicht ganz so heile Heimat oder das - eh nicht in die Tat umgesetzte - Abhauen zu drehen.
Nun, den Dialekt hält auch Angers meist in Ehren, aber es fängt schon bei den Inhalten an – hier wird etwa gefragt, ob man bloss zum willenlosen Treibgut der Gesellschaft oder dann nicht gleich ehrlicherweise zu den wirklich Böhzen gehört; ob man sich bewusst ist, warum man in einer Kirche hockt oder ob bedingungslo-se Unterordnung vielleicht doch nicht der Weg zum wahren Glück sein könnte. Auch musikalisch bleibt kein Berner Sandstein mehr auf dem angeren. Griffiger, manchmal harter, dann wider epischer Rock trifft neuerdings auf schwelgende 80er Synthies und ein subversiver Discobeat sieht in der entstandenen Verwir-rung schnell Mal seine Chance und schleicht sich in jeden polierten Tanzschuh.
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