Sterne beeinflussten schon immer das Leben des Bandgründers Philippe Beauvais:
Am 6. Dezember 2003 erlebte Montreal (Kanada) eine bitter kalte und sternenklare Nacht, in der Philippe durch laute Stimmen geweckt wurde. Sein Zimmer brannte und er konnte nur noch zusehen, wie sein gesamtes Hab und Gut den Flammen zum Opfer fiel.
Einige Monate später besass er wieder ein bescheidenes Schlafzimmer und einen neuen Synthesizer. Während er gerade spielte, klopfte es an der Tür. Statt eines verärgerten Nachbarn stand Adam Huard davor und beglückwünschte Philippe zu dessen Kompositionen. Adam sei Gitarrist und suche einen Keyboarder. Philippe war selbst auf der Suche nach einem Gitarristen. Kurz darauf stiessen der Schlagzeuger Marc und die Sängerin Johanne Pineault dazu.
Im April 2005 begannen sie mit der Aufnahme eines Demos. Es musste noch ein Name für die Band gefunden werden – ein Symbol. Die Anemone als Wasserpflanze – weich und harmlos aussehend, dennoch schmerzhaft bei Berührungen – gefiel allen, sodass sich die Band den Namen Anemonia gab.
Kurz darauf verliess Marc die Band, konnte dafür aber seinen Freund Guillaume Boisclair (Bass) für die Band gewinnen. Johanne kannte von früher den Schlagzeuger Simon-Pierre Dubé, der die Band vervollständigte. In dieser Zusammensetzung traten sie häufig auf und nach verschiedenen weiteren Demoaufnahmen beschlossen sie, endlich ein komplettes Album aufzunehmen.
Die Aufnahmen waren bereits im vollen Gang, als Johanne im Februar 2007 die Band verliess, noch bevor ihre Gesangspassagen aufgenommen werden konnten. Eine neue Sängerin musste her, und zwar schnell! Philippe wanderte verzweifelt durch die nächtlichen Strassen, als er die mysteriöse Gestalt einer vom Mond angestrahlten Frau wahrnahm, die ihm ein markantes Sternbild – das Himmels-W – zeigte und ihm verriet, dass sich dort das Geheimnis der drei Königinnen verberge. Am folgenden Tag googelte Philippe den Begriff „Himmels-W“ und erfuhr dabei dass es sich um das Sternbild Kassiopeia handelte, was ihm allerdings nicht besonders weiterhalf. Schliesslich gab er die Suchbegriffe „Sopranistin Rock Metal Montreal“ ein und wurde fündig. Eine Sopranistin hiess Cassiopée.
Cassiopée ist eine Künstlerin, die mit ihrem unglaublichen Gesangstalent zu überzeugen weiss. Sie sammelte Erfahrungen an Musiktheatern, Festivals und bedeutenden Veranstaltungen. Schliesslich führte ihr Weg sie nach Finnland, wo sie an einem Casting teilnahm, bei dem Nightwish eine neue Sängerin suchte. Sie wurde jedoch nicht ausgewählt und kehrte deshalb wieder nach Montreal zurück.
Davon wusste Philippe noch nichts, als er eine Woche darauf ihr Konzert besuchte und hingerissen von ihrer Rock-Version von Mozarts Königin der Nacht war. Nach dem Auftritt traf er sich mit ihr und erklärte seine Notlage. Zu seiner Überraschung kannte sie die Band und bot ihm sofort ihre Hilfe an. Die Aufnahmen konnten im März 2007 abgeschlossen werden. Der Schlagzeuger Simon verliess darauf die Band, enttäuscht über das magere Ergebnis von lediglich drei Songs, die in das Demo-Album “All yet to be Born” flossen.
Die „Mond-Lady“ sollte Philippe wieder helfen. Während eines nächtlichen Spaziergangs auf dem Mont-Royal Mountain traf er sie wieder. Diesmal sagte sie zu ihm: „Ein Mann von Atlantica, der Träume fangen kann, lebt dort wo das Auge lang ist. Finde ihn und liva wieder!“. Philippe erinnerte sich an eine Band namens Atlantica, die aus den Bands Lac-au-Saumon und Amqui entstand. Ausserdem fand er heraus, dass eine aufgelöste Band mit dem Namen Dreamchatcher existierte. Das verbindende Glied aller Bands war der Schlagzeuger Nikko Cyr. Rätsel gelöst!
Philippe gelang es, Nikko in dessen Studio in Longueuil zu treffen und ihn für Anemonia zu verpflichten. Während der gemeinsamen Proben meldete sich die Gruppe Liva und bot an, mit Anemonia zusammen durch Quebec zu touren.
Im August und September 2008 entstand mit “Masked for Moonlit Numina” eine weitere Demo. Das Verlangen nach einem vollen Album blieb jedoch und bereits im Dezember kehrten sie wieder ins Studio zurück um zum zweiten Mal ihr erstes Album aufzunehmen. Diesmal verliess Guillaume die Band, deshalb musste Philippe die restlichen Bass-Passagen übernehmen. Das mixen geschah im Antares Audio Studio, das Cover wurde von Nabs „the Countess of Pluto“ gestaltet.
Im April 2009 drängte Liva wieder auf gemeinsame Auftritte. Philippe musste unbedingt einen Bassisten finden, Die „Mond-Lady“ half auch bei diesem Personalproblem wieder. Sie erklärte, dass es an der Zeit sei, die Spinnenkönigin in ihrem überirdischen Netz zu besuchen. Die Auflösung dieses Rätsels führte schliesslich zu einem Kontakt mit dem Bassisten Daniel Magnan. Nachdem sich Daniel die Kompositionen angehört hatte, von denen er einige – zu Philippes Freude - bereits kannte, sagte er zu. Damit stand den Auftritten mit Liva nichts mehr im Weg.
Am 3. Oktober 2009 erschien Anemonias erstes Album „Moonlit Numina“.
Anemonia will mit ihren Auftritten magische Momente erzeugen und mit ihrer Musik ein Rückzugsgebiet für Träumer, Feen und die übrigen Märchenwesen anbieten. Möge die Wirkkraft des Mondscheins uns über die Grenzen des Vorstellbaren tragen.
Am 9. Juni 2011 startete in der Radio City Music Hall in New York City die Rockoper „Zarkana“ des Cirque du Soleil, in der Cassiopée mitwirkt.
http://www.myspace.com/anemonia
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